Reisen

Tag 03: Kandy

morgendliche Begrüßung

Heute morgen wurde der Balkon unseres Zimmers wirklich von einigen Affen besucht – man hatte uns also gestern nicht zu viel versprochen. Unser Plan für heute bestand aus einem Besuch im botanischen Garten. Dieser wurde uns von Peter (den wir in Negombo getroffen hatten) wärmstens empfohlen. Im Lonely Planet war von 600Rs pro Person Eintritt die Rede, gekostet hat es allerdings 1100Rs für jeden! Der Preis für Einheimische stand daneben: 50Rs…

Java-Feige

Gelohnt hat es sich trotzdem, der Garten stellte sich mit seiner entspannten Atmosphäre und seinen schönen und ungewöhnlichen Pflanzen (und auch Tieren) als eine Oase der Ruhe inmitten des Lärms Sri Lankas heraus. Wir wandelten umher, aßen und tranken, machten Fotos oder genossen einfach nur den Moment. Nur eine Begegnung war sehr eigentümlich: Wir rasteten unter dem bekanntesten Baum und Aufmacher des Gartens (die Java-Feige) und machten unser Mittagspicknick, als wir plötzlich von einem der Einheimischen auf deutsch angesprochen wurden! Es stellte sich heraus, das er früher mit einer deutschen Frau verheiratet gewesen war

Wir vor Riesenbambus :)

und auch einige Zeit in Deutschland gelebt hatte. Er heiße Assuan und komme aus Beruwela (150km entfernt an der Westküste) wo er mit Edelsteinen handele. Er hat uns dann auch gleich ein paar Edelsteine gezeigt, die er in seiner Bauchtasche dabei hatte. Hätte wohl auch gerne etwas davon an uns verkauft. Jedenfalls lud er uns dann ein, bei seinen Freunden im Nachbardorf mit ihm zusammen zu essen – am liebsten sofort. Wir waren gerade erst angekommen und hatte auch ein komisches Gefühl bei der Sache, also verabredeten wir uns erstmal für den folgenden Tag mit ihm und

Flughunde!

gingen jeder unsere Wege. Er gab uns noch seine Telefonnummer und seine Adresse in Beruwela (Da uns die Sache nicht ganz geheuer war, habe ich dann abends unsere Verabredung per SMS abgesagt). Der Tag im botanischen Garten war sehr schön und wir sahen wirklich viele sensationelle Dinge wie z.B. die Scharen von Flughunden, die über einer der Alleen zu hunderten oder eher tausenden in den Bäumen hingen. Außerdem sahen wir dort auffällig viele Paare, die sich küssten oder Arm in Arm unter den Bäumen lagen. Auch für die Romantiker schien dies ein Rückzugsort zu sein – normalerweise sieht man niemanden in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten austauschen.

Nach unserer Rückkehr in die Innenstadt von Kandy besuchten wir auf der Suche nach Jackfruit oder Durian den Markt. Einen Händler, der Jackfruit anbot fanden wir dann auch tatsächlich und kauften eine ganze Frucht (ca.

Immer fleißig trinken bei der Hitze

10-12 kg) zum Preis von 750Rs. Das sind in etwa 5€. In Deutschland bezahlt man so viel für ein Pfund – die Frucht die wir gekauft hatten, hätte also bei uns locker mehr als 100€ gekostet! Dass diese 750Rs trotzdem noch das fünffache des Preises ist, den Einheimische bezahlen, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht :)

Wir schleppten unsere Beute zum Hostel, erholten uns ein wenig und gingen abends dann wieder in einem Restaurant in der Nähe essen. Leider gab es dort wie an den Tagen zuvor maximal zwei einheimische Gerichte auf der Speisekarte. Alles nur

Die Damen wandeln auf der Palmenallee

auf Touristen ausgerichtet… Im Restaurant waren außer uns nur zwei andere Gäste: ein Paar aus Deutschland ;) Die beiden machten uns mal wieder deutlich wie sparsam wir reisen: sie hatten über 800€ pro Person für den Flug bezahlt und wohnten in einem Hotelzimmer für 55$ pro Nacht! :D

Ika beim Tagebuch schreiben

Tag 02: von Negombo nach Kandy

Nova im Bus

Unsere erste Nacht war nicht wirklich erholsam. Die Einheimischen feiern das neue Jahr weniger in der Silvesternacht sondern am kompletten Neujahrstag – da unser Guesthouse direkt am Strand lag haben wir die Party dort hautnah miterlebt, inklusive Musik und Böller. Nova ist davon immer wieder aufgewacht und das wiederum hat Ika und mich ganz schön mitgenommen :( Lange geschlafen haben wir dann auch nicht. Gegen 7 Uhr morgens bin ich mit Nova zum (leider sehr verdreckten) Strand gegangen. Als wir wiederkamen hat Ika tief und fest geschlafen und auch Nova und ich haben es geschafft noch ein wenig zu schlummern.Als wir dann am späten Vormittag wieder aufwachten war Sachen packen angesagt – wir hatten uns entschieden so schnell wie möglich weiterzureisen, Negombo war uns nicht sonderlich sympathisch. Peter, unsere Reisebekanntschaft vom Vorabend, hat uns noch zum Busbahnhof begleitet und wir haben uns bis zum gemeinsamen Rückflug verabschiedet. Unser nächstes Ziel lautete Kandy, eine Stadt im Hill Country, dem Höhenzug im Landesinneren. Nach nur vier Stunden Busfahrt bei 30 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit waren wir dort. Die Busfahrten gleichen stark denen aus Indien: laut, klapprig, langsam und ständig haarscharf am Verkehrsunfall vorbei :) Nova fand es verständlicherweise sehr aufregend ;)

Als wir dann gegen 17:30 In Kandy ankamen und uns gerade orientierten, wurden wir von einem japanischen Touristen davor gewarnt, dass alle Hostels die im Lonely Planet stehen ziemlich überfüllt seien. Das erste was wir ansteuerten (Olde Empire) hatte dann auch direkt keine Zimmer mehr frei. Unsere nächste Wahl war etwas entfernt von den restlichen Hostels und es wurde auf dem Weg dorthin auch schon dunkel – schlechte Karten für uns wenn wir dort auch kein Glück hätten.

Tuk-Tuks am Straßenrand

Wir fragten uns durch und ich war immer wieder erstaunt von der Hilfbereitschaft der Locals. Als wir schließlich beim “Nature Walk” ankamen die ernüchternde Erkenntnis: keine freien Zimmer :( Ein weiteres Etablissement gab es allerdings noch ein paar Häuser weiter, das “Green Woods” – unsere letzte Chance. Die Jungs vom Nature Walk waren sogar so nett, sich für uns per Telefon nach freien Zimmer zu erkundigen und es sollte sich lohnen :) Wenige Minuten später standen wir in einem wunderschönen und sauberen Zimmer mit großem Bett und sogar einem Balkon! Die Vermieterin warnte uns noch, morgens die Balkontüren geschlossen zu halten, da sonst Affen aus dem benachbarten Wald unsere Sachen klauen würden :D Kosten sollte es 2500Rs pro Nacht incl. Frühstück. Da wir das Frühstück nicht wollten, überließ sie uns das Zimmer für 2000Rs.

Erschöpft stellten wir uns erstmal unter die Dusche und machten uns dann auf die Suche nach etwas zum Essen. Das “Nature Walk” hatte auch ein Restaurant also kehrten wir dort ein, denn es war schon ziemlich spät. Auf der Karte gab es auch sogenanntes “Ginger Beer”. Das klang interessant, also probierten Ika und ich wir es aus. Es stellte sich als extrem süßes Zuckerwasser mit künstlichem Ingwergeschmack heraus… made by Coca-Cola Company :D Nova dagegen fand Gefallen an Lime & Soda (Sodawasser mit frisch gepresstem Zitronensaft) und als das Essen schließlich kam stellte sich heraus, dass sie auch Papadam (ein hauchdünnes, knusprig frittiertes Brot) sehr gerne mag :)

Angekommen im Green Woods

Sri Lanka 2012 Tag 01: Ankunft und Negombo

Nach einem ca. 12 Stunden langen Flug und einem weiteren Neujahrsfest über dem arabischen Meer landeten wir am 1.1. gegen 8:30 auf dem Bandaranaike International Airport. Seit heute braucht man zur Einreise ein Touristenvisum, welches ich aber glücklicherweise schon von zuhause online beantragt hatte. Sonst hätten wir uns beim “Immigration” Schalter in eine ziemlich lange Schlange einreihen müssen. So sind die Formalitäten aber schnell erledigt und wir können den Flughafen verlassen.
Erster Eindruck: ganz schön heiß hier! :D
Ziemlich erschöpft aufgrund von wenig Platz und wenig Schlaf während des Fluges versuchten wir kurz eine Bushaltestelle zu finden, gaben dann aber recht schnell auf und fuhren mit einem Tuk-Tuk (ein dreirädriges Taxi) zum “Beach Villa Guest House” bei dem ich von zuhause per Mail schon ein Zimmer reserviert hatte. Nova war total begeistert vom Tuk-Tuk fahren, sie saß mit leuchtenden Augen auf der Sitzbank und strahlte überglücklich :) Laut E-Mail hatte das Guesthouse verschiedene Zimmer frei – eins für 1500Rs und ein anderes im Obergeschoss für 2500Rs pro Nacht. (zum Vergleich: 1€ ~ 150Rs)
Das günstigere Zimmer hatte keine Fenster. Entsprechend intensiv war der Schimmelgeruch :/ Also wieder rückwärts raus und ins Obergeschoss. Das Zimmer dort war zwar etwas teuer aber sah gemütlich aus – und für den Moment waren eine Dusche und ein Bett alles was wir wollten. Es musste allerdings noch gereinigt werden, weswegen wir nochmal in der Lobby warten mussten. Dort trafen wir dann ein Paar aus Deutschland mit dem wir ins Gespräch kamen. Sie verbrachten gerade ihren letzten Tag auf Sri Lanka nachdem sie vier Wochen herumgereist waren und gaben uns einige Tipps zu Reisezielen, Preisen und möglichen Unterkünften. Als dann unser Zimmer sauber war duschten wir und fielen dann sofort ins Bett. Am späten Nachmittag erwachten wir wesentlich erholter :)
Wir machten uns fertig und gingen runter um etwas zum Essen zu besorgen. In der Lobby trafen wir erneut auf das deutsche Paar (sie warteten gerade auf ihr Taxi zum Flughafen). Sie saßen im Hausrestaurant zusammen mit einem weiteren deutschen Reisenden namens Peter. Während wir dort standen und uns unterhielten amüsierte Nova das gesamte Personal und alle weiteren Gäste. Die Sri Lankische Kinderfreundlichkeit von der wir gelesen hatten, fing schon an sich zu bestätigen ;)
Als dann die Heimkehrer abgefahren und wir kurz bei einem Laden gewesen waren um etwas Obst für Nova zu kaufen, Setzten wir uns mit Peter zusammen hin und aßen gemeinsam zu Abend. Auch seine Sri Lanka Reise war so gut wie beendet. Nun ging es für ihn weiter nach Indien und witzigerweise dann 17 Tage später von hier aus mit dem selben Flug den auch wir gebucht haben zurück nach Deutschland! :D Peter ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse und wir verbrachten den Rest des Abends zusammen.

Sri Lanka!

Wir haben uns mal wieder an Silvester auf den Weg gemacht. Diesmal aber nicht nach Indien, sondern nach Sri Lanka und Nova ist auch mit dabei! Ich berichte spaeter mehr, jetzt gibt es erstmal ein Foto als Appetithaeppchen ;)

Ika und Nova vor Buddha-Statue in Kandy

Fusion Festival

Ist zwar schon gut zwei Wochen her aber besser spät als nie ;) Ein paar Eindrücke vom Fusion Festival 2011, gleichzeitig unser erstes kinderfreies Wochenende seit Novi auf der Welt ist.

 

Die Hinfahrt :)

Pause auf der Hinfahrt

LOL :D

Ika mit selfmade-Regenjacke :)

Angeblich sehr lecker, leider war der Stand total überrannt

Das Gelände nach 2 Tagen Regen :/

Die DIY-Regenjacke nochmal komplett ;)

wieder zuhause...

Fotoalbum Indien 2010

Ich habe endlich mal Zeit gefunden, um noch ein paar gute Fotos hochzuladen.
Viel Spaß beim angucken!

Indien 2010

Kanyakumari, Shopping und der Rückflug

Panorama vom Kap (leider schlechte Quali, da Handyfoto)

In Trivandrum sind wir am Dienstag mehr umhergeirrt als dass wir es erkundet haben – den Padmanabhaswamy Tempel haben wir dann am Ende aber trotzdem gefunden. Dort trafen wir einen Haufen Pilgerer, die sich alle mit uns fotografieren lassen wollten :)
Mittwoch haben wir uns dann für die letzte Nacht noch ein etwas edleres Zimmer in einem anderen Hotel gesucht, so als standesgemäßen Abschluss. Danach ging es dann nach Kanyakumari. Der am Kap Comorin gelegene Ort hält einige Sehenwürdigkeiten bereit, von denen wir allerdings nur einen Teil besucht haben. Allein dort hin zu kommen war schon ein kleines Abenteuer. 11:40 habe ich im Internetcafe gelesen, dass 15 Minuten später einer der wenigen Busse fährt. Also sind wir schnell raus auf die Straße, in eine Rikscha und ab zur Haltestelle.

Juri am Kap

Zum Glück wusste der Fahrer Bescheid, denn sonst wären wir zur falschen Bushaltestelle gefahren :) 8 Minuten vor 12 saßen wir dann im Bus und kurz darauf ging es auch schon los. Die Fahrt dauerte allerdings ca. 3 Stunden, denn es sind nicht 40 sondern fast 90 Kilometer und die Durchschnittsgeschwindigkeit war anscheinend 30 km/h. In Kanyakumari besuchten wir das Gandhi Memorial, von dessen Balkon man einen guten Ausblick über die Gegend und das Kap hat. Den Tempel dort haben wir aufgrund von Zeitmagel nicht besucht, dafür den Bazar, der sich anscheinend auf die zahlreichen Pilger spezialisiert hat – er gibt dort sehr günstig (jedes Teil 5 Rupien) sehr sinnlosen Krempel.
Um 18:15 sollte dann auch schon unser Bus zurück nach Trivandrum fahren. 15 Minuten später ging es wirklich los und nochmal gut 3 Stunden später kamen wir ziemlich erledigt wieder in unserem Hotel an. Wir haben es gerade noch so geschafft, beim Zimmerservice Essen zu bestellen (ja ihr habt richtig gelesen, es gab einen Zimmerservice! :) ).

Autorikscha in Trivandrum


Donnerstag war dann unser letzter Tag in Trivandrum, für 17:30 hatten wir einen Flug nach Mumbai gebucht. Den Vor- und Nachmittag verbrachten wir mit Einkaufen von Souvenirs für uns und die Daheimgebliebenen. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen (den richtigen Bus zu finden hat uns nochmal ne Menge Nerven gekostet) und gegen 21:00 kamen wir in Mumbai an.
Unser nächster Flug startete allerdings erst um 6:20 am nächsten Morgen, also verbrachten wir ein paar sehr lange und langweilige Stunden in der Wartehalle des Chhatrapati Shivaji International Airport bis es endlich losging.

Anflug auf Mumbai bei Nacht

Ungefähr 12 Stunden später betraten wir in Franfurt wieder deutschen Boden :) Die Menschen sahen alle ziemlich hell aus, die Taxifahrer versuchten nicht lautstark uns zur Mitfahrt zu bewegen und auf der gesamten Busfahrt nach Darmstadt zu Ikas Auto wurde nicht ein einziges Mal gehupt – ganz schön ungewohnt (von den frostigen Temperaturen ganz zu schweigen!)

Jetzt gilt es, möglichst schnell wieder hier zuhause “anzukommen” denn am Montag geht für mich dann schon die Berufsschule und damit der neue Alltag als Azubi los. Ich hoffe unser kleines Reisetagebuch hat euch allen gefallen. Nach Auswahl wird es hier auch noch ne Menge weiterer Fotos geben, also schaut bald mal wieder rein!

Unsere Reiseroute:

Größere Kartenansicht

von Kannur nach Thiruvananthapuram

Hammer und Sichel Bild an Hauswand in Kannur

Wie versprochen kommt jetzt die kommunistische Propaganda ;) Gefunden habe ich die Bilder an verschiedenen Hauswaenden in Kannur. Den alten Che habe ich hier in Thiruvananthapuram auch schon auf Plakaten entdeckt. Thiruvananthapuram oder auch Trivandrum genannt (wesentlich einfacher!) liegt schon fast an der Suedspitze Indiens. Das Kap, wo das arabische Meer, der indische Ozean und der Golf von Bengalen zusammentreffen, ist nur 40 km entfernt. Dort wollen wir morgen mal hinfahren.

Noch mehr kommunistische Propaganda in Kannur

Die Fahrt mit dem Nachtzug von Kannur nach Trivandrum war recht entspannt und hat ca. 12 Stunden gedauert (knapp 500 km). Wir hatten reservierte Schlafkojen und die waren auch noch frei als wir ankamen. Da war der Ticketkauf schon aufregender aber am Ende auch absolut problemlos als wir erstmal kapiert hatten wie es laeuft. In einem Restaurant in Kannur, welches wir aufgrund der geringen Preise und des guten Essens schnell liebgewonnen hatten, lernten wir Sonu kennen – einen Ingenieursstundenten der dort nebenbei kellnert. Ihn trafen wir kurz vor der Abfahrt nochmal am Bahnhof und er fuehrte uns zu unserem Gleisabschnitt. Die Fahrt war wie gesagt ganz angenehm – Ika hat so gut geschlafen wie nie in den letzten drei Wochen, ich war mehr wach aber das war auch ok. Hier in Trivandrum haben wir uns bei Kukie’s Holiday Inn eingemietet, fuer 275 Rupien (ca 4 Euro) pro Nacht. Morgen wollen wir uns fuer die letzte Uebernachtung was edles ab 1000 Rupien suchen und fuer uebermorgen haben wir einen Inlandsflug gebucht, der uns nach Mumbai zurueck bringt. Von dort geht es dann ein paar Stunden spaeter schon wieder Richtung Heimat. Aber daran will ich noch garnicht denken, jetzt erkunden wir erstmal Thiruvananthapuram!

indischer Fahrradladen in Kannur

von Mysore nach Kannur

Der Artikel von gestern hat jetzt Bilder: angucken! :)
Edit: dieser Artikel hat jetzt auch Bilder ;)
Ausserdem, hab ich die anderen Bilder jetzt auf die Artikel verteilt und noch ein paar weitere hinzugefuegt – es lohnt sich also, nochmal durchzugucken!

Mysore Palace bei Nacht

Endlich sind wir in Kerala angekommen!

Wir mit Busfahrer und Kontrolleur (leider unscharf)

Thomas und Caro haben wir gestern leider verpasst, einen Bus haben wir allerdings zum Glueck bekommen. War ziemlich knapp, fast haetten wir noch eine Nacht in Mysore festgesessen. Wir hatten uns einen Bus um 23:15 rausgesucht. Als wir auf diesen warteten, sahen wir einen anderen, auf dem auch Cannanore (=Kannur) stand und dachte so gehste mal hin nachfragen. Es stellte sich raus, dass es der letzte fuer diesen Tag war und er ausserdem ueberfuellt war. Dem Kontrolleur war das egal, er sagte uns ganz locker: “Passt schon, setzt euch einfach hinter den Fahrer.” Tatsaechlich gab es dort eine kleine Liege, auf der wir dann die naechsten acht Stunden Holperfahrt verbrachten.

Ika und der nette Kontrolleur

Dafuer hatten wir die beste Aussicht ueberhaupt (der Weg fuehrte durch ein Naturschutzgebiet, wo wir ein paar Chitals (auch bekannt als Axishirsch oder “spotted deer”) sahen) und wir haben den Kontrolleur ein wenig kennengelernt, denn wir haben uns den Grossteil der Zeit mit ihm unterhalten.
Bei einer Pause hat er uns dann sogar Geld fuer Tee geliehen, weil wir nicht an unsere Portemonnaies rankamen. Wirklich ein schoenes Erlebnis auch wenn die Strasse teilweise noch schlimmer war als auf der Strecke von Mangalore nach Hassan!

Heute morgen um 7 Uhr sind wir dann in Kannur angekommen und zu dem Guest House gelaufen, welches wir im Lonely Planet entdeckt hatten. 220 Rupien fuer ein Zimmer mit Meerblick, fast zu schoen um wahr zu sein.

Meerblick in Kannur, Kerala

Wahr wurde es dann auch nicht, denn es war voll. Wir haben ein paar Meter weiter in einem Luxuszimmer mit Klimaanlage und heisser Dusche eingecheckt. Kostet gleich ueber 1000 Rupien, aber selbst das sind ja gerade mal 15 Euro. Hier in Kerala ist es nochmal ne Eecke heisser, aber ich bin gespannt auf den Strand. Demnaechst lade ich Fotos mit Hammer und Sichel drauf hoch, die sieht man hier ueberall, denn Kerala ist kommunistisch regiert ;)

Belur, Halebid und dann nach Mysore

geplatzter Reifen auf dem Weg nach Halebid

Hassan war eine erfrischende Abwechslung zum Indien wie wir es bisher kennengelernt hatten. Niemand wollte uns auf aggressive Art und Weise etwas verkaufen, nur weil wir helle Haut haben und alle waren sehr freundlich zu uns und gruessten uns nett. Wir waren allem Anschein nach auch die einzigen Touristen vor Ort – erst kurz vor unserer Abreise haben wir andere gesehen. Abends waren wir in einem Restaurant etwas essen. Die Belegschaft gab sich unglaublich viel Muehe und dekorierte sogar unser Essen mit einer Art duenner Silberfolie – sowas hatte kein anderer Gast bekommen. Auf dem Heimweg probierten wir dann auch mal indische Suessigkeiten. Burfee nannte sich das was wir nahmen, was ein wenig an weiches Toffee erinnerte und unendlich suess war :)

Tempelbewohner in Halebid

Am naechsten Morgen ging es los mit der Besichtigungstour. Die haette allerdings auch fast ein schnelles Ende gehabt: auf dem Hinweg nach Halebid gab es einen ohrenbetaeubenden Knall – ein Hinterreifen vom Bus war geplatzt.

Zum Glueck sind die hinteren Reifen bei den Bussen doppelt und so konnten wir noch bis Halebid weiterfahren.

Hoysaleswara Tempel, Halebid

Vor dem Hoysaleswara Tempel holte uns das touristische Indien wieder ein. Es waren zwar nicht viele Verkaeufer, aber die versuchten extrem hartnaeckig ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Der Tempel selber war wunderschoen und mit ca. 35000 Bildnissen verschiedener Goetter und Szenen aus den Schriften verziert.

Danach waren wir noch bei einer nicht weit entfernten Jain Tempelanlage mit drei kleineren Tempeln. die Jain Tempel sind von aussen sehr schlicht, aber die Saeulen im Inneren sind wahre Schmuckstuecke und dazu noch bis zum Hochglanz poliert.

Ika vor dem Hoysaleswara Tempel


In Belur im Keshava Tempel sollte es um 15:00 eine Puja (Zeremonie) geben die wir uns angucken wollten. Leider kam in Halebid so lange kein Bus, dass wir es nicht geschafft haben. So konnten wir uns nur die Tempelanlage angucken, von der das herausragendste das grosse Gopuram (Eingangstor) ist.

Inder vor dem Hoysaleswara Tempel


Als wir aus Belur zurueck nach Hassan kamen, war es schon zu spaet, um noch nach Sravanabelagola weiterzufahren. Also haben wir fuer eine weitere Nacht in dem guenstigen Hotel eingecheckt und den Besuch dort auf den naechsten Morgen verschoben. Diese Nacht war fuer Ika recht verhaengnisvoll. Zwar waren Moskitos kein Problem, aber irgendetwas hat die gestochen oder gebissen und das tat danach ziemlich weh.

Jain Tempel, Halebid

Es stellte sich spaeter heraus, das man von Sravanabelagola sehr schlecht nach Mysore, unserem naechsten Ziel, weiterfahren kann. Also haben wir uns entschlossen, direkt nach Mysore zu fahren und dies dann gestern auch getan. Nach 3 Stunden recht entspannter Busfahrt kamen wir am Nachmittag dort an und fuehlten uns mit unseren grossen Ruecksaecken gleich wie Freiwild: auf dem Weg zum Hotel wurden wir gleich mehrmals von verschiedenen Indern darauf hingewiesen, dass sie das beste und billigste Hotel am Platze kennen und uns auch gern dort hin fuehren wuerden. Die ersten beiden Hotels unserer Wahl waren leider beide voll, also checkten wir im “Mysore Hotel Complex” ein, einem ungemuetlichen Riesenbunker. Nach dem einchecken wollten wir erstmal zur Post, ein paar Karten loswerden.

Gopuram des Keshava Tempels, Belur

Auf dem Weg trafen wir einen jungen Inder, der uns schon zweimal vorher ueber den Weg gelaufen war und uns unter anderem auch ein Hotel empfohlen hatte. Diesmal fragte er uns, ob wir den Bazar sehen wollen, wo man sieht wie Raeucherstaebchen gemacht werden. Er kannte sogar das deutsche Wort “Raeucherstaebchen” und erzaehlte uns, dass er Nina Hagen cool findet :D Er fuehrte uns im Norden Mysores herum und am Ende landeten wir in einer Wohnung wo wir zwar nicht sehen konnten, wie man Raeucherstaebchen herstellt, aber sehr wohl welche kaufen konnte, genau wie viele verschiedene Oele die uns dann auch sogleich auch alle vorgestellt wurden. Eigentlich eine betruegerische Nummer, aber fuer uns dann doch ein Gluecksfall, denn wir fanden dort ein Oel, welches bei Ikas Stichen/Bissen sofort Linderung brachte (schwarzer Jasmin).

Melon Mania in Belur

Das kauften wir dann und noch zwei andere, unter anderem das Oel der Wasserlilie, welches als natuerliches Insektenschutzmittel verwendet wird. Aufgrund der Erfahrungen hier und der wenigen Zeit die uns hier in Indien noch bleibt, entschieden wir uns dann, nur eine Nacht in Mysore zu bleiben und danach nach Kerala weiterzufahren.
Heute waren wir auf Chamundi Hill direkt suedlich von Mysore. Auf den “Huegel” (ist immerhin 1000m hoch) faehrt ein Bus und oben drauf ist dann ein Tempel. Es war sauvoll, da Wochenende war und ausserdem am Donnerstag ein religioeses Fest bei dem alle Kuehe gefaerbt wurden.

Bunte Kuh

Auf dem Weg zum Tempel trafen wir dann auf einmal Thomas und Caro wieder, die beiden Weltreisenden, die wir im Bus von Mapusa nach Panaji kennengelernt hatten. Sie waren ueber Hampi und Bangalore nach Mysore gekommen und hatten sich witzigerweise den gleichen Tag fuer den Ausflug ausgesucht :D Wir haben uns dann mit den beiden fuer heute Abend zum Essen verabredet. An Chamundi Hill gibt es auch eine ueber 1000stufige Treppe, welche von pilgernden Hindus benutzt wird um hochzukommen. Wir sind sie hinuntergestiegen ;) Auf dem Weg gibt es eine 5 Meter grosse Nandi Statue, die wir uns natuerlich auch angesehen haben.

Ika streichelt eine Kuh auf dem Chamundi Hill, Mysore

der Affe hat keine Angst vor uns (Chamundi Hill, Mysore)

Nandi Statue auf dem Chamundi Hill

Ika beim Abstieg vom Chamundi Hill

Inzwischen haben wir aus dem Hotel ausgecheckt und heute nach geht es dann mit dem Bus nach Kannur in Kerala.

Edit: es gibt Bilder!